Transportlizenz prüfen
EU-Lizenz eines Frachtführers prüfen
Prüfen Sie die EU-Lizenz im offiziellen Register des Landes, in dem der ausführende Frachtführer niedergelassen ist. Vergleichen Sie Firmenkennung, Lizenzinhaber, Güterverkehrsberechtigung, Status und Gültigkeit mit dem Auftrag. Prüfen Sie die beglaubigte Kopie für das eingesetzte Kraftfahrzeug zusätzlich, soweit die öffentliche Suche dies ermöglicht. Die deutsche VUDat-Suche ist der Einstieg für deutsche Unternehmen; für ausländische Frachtführer nutzen Sie deren nationale Register.
Kostenlos registrierenFür Speditionen und Verlader, die einen neuen Subunternehmer prüfen. Hier geht es um die Lizenz eines Geschäftspartners vor der Vergabe. Die Beantragung einer eigenen EU-Lizenz ist ein anderes Verfahren.
Das passende Register nach Sitzland auswählen
Entscheidend ist der Sitz des Unternehmens, das den Straßentransport tatsächlich ausführt. Eine deutsche Spedition beauftragt einen rumänischen Frachtführer für Frankreich nach Belgien: Die Firmenlizenz suchen Sie in Rumänien bei ARR. Weder Ihr Bürostandort noch das Abholland bestimmt das ausstellende Register.
Die folgenden Links führen zu öffentlichen amtlichen Einstiegen. Die Anleitung erklärt die Bedienung auf Deutsch. Nicht jedes Register bietet dieselben Felder oder eine Kennzeichensuche.
| Sitz des Frachtführers | Amtlicher Einstieg | Suchangabe und nächste Anleitung |
|---|---|---|
| Deutschland | BALM: VUDat-Unternehmenssuche | Firmenname und Sitz bereithalten; amtlichen Suchhinweisen folgen. |
| Polen | KREPTD | NIP: KREPTD-Anleitung |
| Rumänien | ARR | CUI: ARR-Anleitung |
| Litauen | LTSA Vektra | Firmencode: LTSA-Anleitung |
| Estland | MTR | Registrikood: MTR-Anleitung |
| Tschechien | RPSD | IČO: tschechischen Frachtführer prüfen |
| Slowakei | JISCD | IČO: slowakischen Frachtführer prüfen |
| Lettland | ATD | Registrierungsnummer: lettischen Frachtführer prüfen |
| Bulgarien | RTA | EIK: bulgarischen Frachtführer prüfen |
| Frankreich | Infotrans | SIREN: französischen Frachtführer prüfen |
Von den Firmendaten zum belastbaren Lizenzabgleich
1. Tatsächlichen Betreiber und Firmenkennung feststellen
Legen Sie Auftrag, rechtlichen Firmennamen, Sitz, Firmenkennung und Lizenzscan nebeneinander. Bei einer Weitervergabe benötigen Sie auch die Daten des ausführenden Subunternehmens. Eine gemeinsame Marke oder Konzernzugehörigkeit überträgt keine Lizenz auf eine andere Rechtseinheit.
Verwenden Sie den Identifikator des nationalen Registers. Die litauische USt-IdNr. ohne LT ist nicht automatisch der Firmencode. In Frankreich bezeichnet SIREN das Unternehmen, SIRET dagegen eine Betriebsstätte. Eine VAT-Bestätigung ersetzt keinen Lizenznachweis.
2. Güterverkehr, Status und Zeitraum abgleichen
Öffnen Sie den passenden Unternehmenstreffer. Vergleichen Sie Lizenzinhaber, Nummer, Art und aktuelle Statusangaben mit dem vorgelegten Dokument. Lesen Sie Beginn und Ende der Gültigkeit für den geplanten Transport. Eine Personenverkehrslizenz oder ein Werkverkehrsdokument beantwortet die Frage nach einem entgeltlichen Gütertransport nicht.
Für grenzüberschreitenden gewerblichen EU-Güterverkehr mit Fahrzeugen oder Kombinationen über 2,5 Tonnen gilt grundsätzlich die Gemeinschaftslizenzpflicht. Artikel 1 der Verordnung 1072/2009 nennt den Anwendungsbereich und Ausnahmen. Binnenverkehr, Kabotage und Drittlandrouten erfordern die jeweils passende Beurteilung. Wer eine Ausnahme geltend macht, sollte deren Grundlage für die konkrete Fahrt erklären.
3. Firmenlizenz und Fahrzeugkopie auseinanderhalten
Die Gemeinschaftslizenz gehört dem Unternehmen. Die beglaubigte Kopie wird nach Artikel 4 im Kraftfahrzeug mitgeführt und deckt dessen gekuppelte Kombination ab. Ein anders zugelassener Anhänger ist deshalb allein kein Beleg für eine falsche Kopie.
ARR und LTSA bieten separate Suchen für Fahrzeug- oder Kopienangaben. KREPTD veröffentlicht bei der Firmensuche Fahrzeugzahlen; diese identifizieren keinen bestimmten Lkw. Vergleichen Sie die verfügbare Fahrzeugauskunft und die aktuelle Kopie mit dem ausführenden Betreiber.
4. Ergebnis mit Prüfdatum sichern und Widersprüche klären
Halten Sie Firmenkennung, Lizenznummer, Art, Status, Gültigkeit, Quelle und Prüfdatum beim Auftrag fest. Bei keinem Treffer kontrollieren Sie Land, Identifikator und Filter. Ein nicht erreichbares Portal, ein leerer Suchtreffer und eine ausdrücklich abgelaufene Lizenz sind unterschiedliche Befunde.
Ein Registereintrag ist eine Momentaufnahme. Klären Sie relevante Abweichungen mit dem Frachtführer oder der zuständigen ausstellenden Behörde, bevor Sie sich auf die Berechtigung stützen. Ein alter Scan löst einen widersprüchlichen aktuellen Status nicht auf.
Beispiel: Lizenz der Firma passt, das Fahrzeug nennt eine andere Firma
Illustratives Beispiel: Ein litauisches Unternehmen sendet eine passende Firmenlizenz. Die gesonderte Kennzeichensuche nennt aber einen anderen Betreiber. Die Firmenlizenz kann gültig sein, während die Zuordnung dieses Lkw weiterhin offen ist.
Klären Sie, wer die Fahrt ausführt und ob ein Subunternehmen eingesetzt wird. Fordern Sie die aktuelle Kopie und die Unterlagen zur Betreiberzuordnung an. Prüfen Sie den tatsächlichen Frachtführer. Die bloße Erklärung „gemietet“ belegt noch nicht, welche Firma die Transportleistung erbringt.
Was die Registersuche nicht bestätigt
Eine Lizenz bestätigt weder freie Kapazität noch die Identität der Person hinter einer E-Mail. Sie belegt auch keine ausreichende Verkehrshaftungsversicherung für Ihre Güter. Unternehmensstatus, Kontakt und Police gehören zur vollständigen Prüfung vor dem Auftrag.
Für Deutschland ist BALM der amtliche Einstieg zur Verkehrsunternehmensdatei. Die dortige Unternehmenssuche enthält auch historische Hinweise zu früheren Lizenzverlängerungen. Übertragen Sie diese nicht pauschal auf heutige Dokumente. Bei Zweifeln am Dokument oder einem ungeklärten Treffer wenden Sie sich an die zuständige Landesverkehrsbehörde.
Nutzen Sie die Checkliste vor dem ersten Auftrag für die weiteren Schritte. Die Auftraggeberverantwortung nach § 7c GüKG ist gesondert erläutert.
Lizenz und übrige Betreiberangaben zusammen prüfen
Certica verbindet für unterstützte Länder Registerbefunde mit Firmen-, Steuer-, Fahrzeug- und Kontaktprüfungen. Die Policenanalyse hilft bei der Prüfung der Verkehrshaftungsdeckung. Die hier verlinkte deutsche VUDat-Prüfung erfolgt manuell und ist keine automatische VUDat-Abfrage in der App. Nach kostenloser Registrierung ist eine Beispielprüfung in der App verfügbar.
Certica
Den Frachtführer vor dem Auftrag prüfen
Kostenlos registrieren und die Beispielprüfung in der App ansehen. Eigene Frachtführer anhand ihrer Firmendaten prüfen.
Offizielle Quellen
- BALM: Unternehmenssuche der Verkehrsunternehmensdateihttps://www.balm.bund.de/DE/Service/Verkehrsunternehmensdatei/Unternehmenssuche/unternehmenssuche_node.html
- Verordnung 1072/2009: Artikel 1 und 4https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:02009R1072-20220221
- GITD: KREPTD und Vernetzung über ERRUhttps://www.gov.pl/web/gitd/krajowy-rejestr-elektroniczny-przedsiebiorcow-transportu-drogowego3
FAQ
Gibt es eine einzige öffentliche EU-Lizenzsuche für alle Länder?
Für die hier beschriebenen öffentlichen Prüfungen verwenden Sie die nationalen Register. ERRU dient der Vernetzung nationaler Register und dem Informationsaustausch der Behörden. Es ersetzt für diese Prüfung nicht die jeweilige öffentliche nationale Suche.
Welches Land wähle ich bei einem ausländischen Subunternehmer?
Das Sitzland des tatsächlich ausführenden Frachtführers. Sitz der beauftragenden Spedition, Strecke und Zulassung des Anhängers können davon abweichen.
Muss jeder internationale Transport eine EU-Lizenz haben?
Nein. Entscheidend sind unter anderem entgeltlicher Verkehr oder Werkverkehr, zulässige Masse der Fahrzeuge beziehungsweise Kombination, Strecke und gesetzliche Ausnahmen. Prüfen Sie die konkrete Operation, bevor Sie eine fehlende Lizenz bewerten.
Reicht ein gültiger Lizenzscan für die Auftragsvergabe?
Der Scan muss zum ausführenden Unternehmen, zur Transportart und zum Zeitraum passen. Vergleichen Sie ihn mit dem aktuellen Register und prüfen Sie die erforderliche Fahrzeugkopie sowie Betreiberidentität, Kontakt und Versicherung zusätzlich.